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Ich zähle jetzt bis 3!

Mütter von früher und Erziehung von heute

Sehr viele Dinge werden uns erst bewusst, wenn wir selbst oder Menschen in unserem nahen Umfeld Kinder haben.

Zum Beispiel, auf wie viele Tricks,  welche bereits unsere Eltern genutzt haben, um von uns als Kind das zu bekommen, was sie gerade wollten, wir selbst zurückgreifen.

 

Nicht grundlos finden sich auf Social Media immer mehr Hashtags wie zum Beispiel seit einiger Zeit #SpruecheunsererMuetter  auf Twitter, unter welchen die User Ihre Erfahrungen und Erinnerungen zu einem bestimmten Thema wiedergeben. 

 

Ein Klassiker hierbei dürfte sein: "Ich zähle jetzt bis 3!"

Kommt Dir bekannt vor?

 

 

Ich werde nicht wie meine Mutter!

Natürlich bist Du nicht wie Deine Mutter. Trotzdem ertappst Du dich hin und wieder dabei, wie Du genau das tust, was Du nie tun wolltest; du zählst bis drei.

Drohend und wahrscheinlich bereits eine Oktave tiefer, als Dir eigentlich lieb ist.

 

Ja aber warum eigentlich?

Dein Kind soll sein Zimmer aufräumen?

Oder es soll gefälligst aufhören, dem anderen Kind im Sandkasten die Schaufel über den Kopf zu ziehen?

Vielleicht handelt es sich auch um etwas viel banaleres, was aber völlig egal ist. 

Tatsache ist, das Kind kooperiert nicht so, wie Du es Dir wünschst.


Wenn Du jetzt lesend mit dem Kopf genickt hast, muss ich Dir leider mitteilen (vielleicht setzt Du dich lieber hin), dass keine Sekunde lang die Aufgabe Deines Kindes darin besteht, so zu funktionieren, wie Du es gerne hättest.

Und das jetzt vielleicht gedachte "Ja aber.." bringt auch niemanden weiter.

 

 

 

Ist doch nicht meine Schuld, das Kind gehorcht einfach nicht!

Natürlich ist es das.

Oder willst Du etwa Schuld sowie Verantwortung deinem kleinen, unschuldigen Kind in die Schuhe schieben?

Da ist erfahrungsgemäss vor lauter Sand oder Playmobil-Teilen sowieso kein Platz also möchte ich Dir hier mal etwas aufzeigen.

 

Erziehung ist meistens total nicht schwierig. 

Sie ist (heraus-)fordernd, lässt Müdigkeit einen neuen Höhepunkt erreichen und Dich bestenfalls Dein eigenes Verhalten hinterfragen.

Wenn Du sie als schwierig und auslaugend empfindest, liegt es ausschliesslich daran, dass Du unausgeglichen bist an Deine Grenzen stösst (was mit Kind(ern) so gefühlt 300 Mal am Tag passiert und diese Zahl potenziert sich gefühlt mit jedem weiteren Altersjahr um das Zehnfache).

Das ist auch gar nicht schlimm, wenn man darum weiss.

 

Was Du dagegen tun kannst?

Du könntest Du dich hin und wieder fragen, was Du in entsprechend gereizten Momenten einem guten Freund entgegnen würdest. Zählst Du da auch auf 3? Ich hoffe glaube nicht.

 

 

Ein Wort, viele Erfolge

Die Art und Weise, wie wir mit Kindern kommunizieren, ist ein elementarer Baustein für die kindliche Entwicklung.

Abgesehen davon, dass wir keine Spielplatz-Terroristen heranziehen möchten.

 

Wusstest Du, dass bereits die Art, wie wir Dinge/Wünsche/Bitten formulieren, unterschiedliche Areale im Gehirn des Kindes stimuliert, was sich wiederum darauf auswirkt, wie das Kind auf das Gesagte reagiert?

Es hat sich gezeigt, dass zum Beispiel schon das Wort 'sobald' bei Eltern für unzählige Erfolge gesorgt hat. Wie das geht?

 

Ein Beispiel:
"Ich hab dir schon zig Mal gesagt, du sollst endlich dein Zimmer aufräumen! Ich zähle jetzt bis drei! Bevor das nicht gemacht ist, gehst du bestimmt nicht raus zum spielen!"

 

Wer kennt diese Situation nicht. Aber lass mich Dir übersetzen, was Dein Kind bei dieser Wortwahl versteht:

'Ich darf nicht raus, weil ich es in den Augen meiner Eltern nicht mal hinbekomme, das Zimmer aufzuräumen. '

Es wird die Negativ-Formulierung auf sich selbst beziehen, was das Kind im Selbstwert schwächt.

 

 

Was Du alternativ sagen könntest:
"Draussen ist tolles Wetter. Sobald dein Zimmer aufgeräumt ist, kannst Du dich deinen Freunden anschliessen!"

Das Kind hört den daraus resultierenden positiven  Effekt, nämlich dass es sich seinen Freunden anschliessen darf und wird motiviert sein,  dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen (also vorher aufzuräumen).

 

Hierbei handelt es sich um keine Hexerei. 

Das Wörtchen 'sobald' kannst Du in fast allen Situationen mit einbringen. 

Und wo weniger gezankt wird, bleibt auch mehr Zeit für die dringend benötigte Gurkenmaske, weil müde ist man dann ja trotzdem noch.

 

Viel Spass beim Selbstversuch!

 

 

 

Wenn Du froh wärst um weitere umsetzbare, erfolgversprechende Tipps, begleite ich Dich gerne in einem persönlichen Coaching, auf Wunsch auch gerne bei Dir zuhause.

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